Craft Beer Kiosk

Wie behindert ihr ausseht, wenn ihr mit eurem 5-Euro Bier – eingegossen in ein Weinglas (in ein WEINGLAS!) – vor eurer Definition eines Büdchens sitzt und in einer Weise über einen Präsidenten redet, die kein Deut besser ist als die Art, wie eben dieser Präsident über Migranten in zweiter und dritter und vierter Generation redet, während ihr alternative Kippen von alternativen Tabakkonzernen raucht, angezündet mit Streichhölzern aus garantiert biologischem Anbau. Was bitte soll das sein? Konsum für Konsumkritiker? Für mich – leicht angetrunken abseits stehend, auf eine reflektierte Weise Zichten eines unalternativen Zichtengroßkonzernes rauchend, und jede eurer Bewegungen sezierend – sieht das auf jeden Fall so aus. Als säßen da – eingewickelt in Jutesäcke vom Preis eines Twizzys – ein Dutzend Alternativer vor ihrem hippen Hipsterbüdchen, zwischen ihren Lastenfahrrädern (ihren LASTENFAHRRÄDERN!), sich selbst sonnend im Antlitz ihres vermeintlichen Besserwissertums.
Und ich?
Ich wohn jetzt mittendrin.
Hab ich mir das ausgesucht?
Schon.
Bisschen.
Irgendwie.
Aber irgendwie auch nicht. Die Miete is halt billig. Wobei das wohl auch erst die Jahresendabrechnung zeigen wird. Wenn all der Suff gegengerechnet ist, den es braucht, um euch auf ein akzeptables Maß zu beamen.

Was ein Viertel, ey. Oder wie der Inge aus meiner neuen Eckkneipe sagen würde: „Da weiße wat los is.“